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4F Erstes Mädchengymnasium

Rahlgasse 4, 1060 Wien

Im 19. Jahrhundert durften nur Buben Gymnasien besuchen.

Als die Frauenrechtlerin Marianne Hainisch (1839-1936) im März 1870 vorschlug ein Unter-Realgymnasium für Mädchen zu gründen, stieß sie noch auf Unverständnis. Es sollte bis 1892 dauern, bis das erste private Mädchengymnasium in Wien eröffnet wurde und Mädchen maturieren konnten. Im Jahr 1910 übersiedelte die Schule in die Rahlgasse 4.

Hier maturierten u.a. die Physikerinnen Olga-Ehrenhaft-Steindler (1879-1933) und Marietta Blau (1894-1970), die Lehrerin, Widerstandkämpferin und Politikerin Stella Klein-Löw (1904-1986) sowie die Philologin Gertrud Herzog-Hauser (1894-1953), die ab 1937 Direktorin des Gymnasiums war. Sie wurde von den Nationalsozialisten, ob ihrer jüdischen Abstammung, ihres Amtes enthoben.  Ab 1943 war das Gymnasium ein Wehrmachtsnächtigungsheim.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Gewerkschafterin (Gewerkschaft öffentlicher Dienst) Marie Jacot (1912-2000) die Schule trotz der schlechten Versorgungslage und der fehlenden Unterrichtsmaterialen wieder auf und versuchte an den pädagogischen Konzepten der 1920er Jahre anzuschließen. Als Gewerkschafterin setzte sie sich für die Verbesserungen des Dienst- und Besoldungsrechtes, des Pensionsrechtes, der Schulgesetze, sowie die völlige Gleichstellung der Lehrerinnen mit ihren Kollegen und das Lehrverpflichtungsgesetz ein.

Seit 1978 dürfen auch Buben diese Schule besuchen.


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Marianne Hainisch

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Marianne Hainisch in ihrer Wohnung

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