Stadtspaziergänge
Spaziergänge weitere Sehenswürdigkeiten Suche Impressum

Palais Epstein

Dr. Karl Renner-Ring 1
1010 Wien

Im Palais Epstein genehmigte am 30. April 1945 die sowjetische Militärkommandantur die Gründung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes.

Nach Kriegsende 1945 übernimmt die Zentralkommentatur der Sowjets das Palais Epstein. Hier aus wird am 30. April 1945 die Gründung des ÖGB genehmigt. Die Gründungsurkunde musste zuerst ins Russische übersetzt werden, und diese wurde dann von dem Zuständigen unterzeichnet. Deshalb gibt es eigentlich zwei Gründungsurkunden: eine auf Deutsch und eine in russisch.

Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte: errichtet vom Architekten Theophil Hansen zwischen 1868 und 1871 für den Bankier Gustav Epstein. Nach dem Börsenkrach 1873 wird das Bankhaus "in Ehren" geschlossen. 1877 zieht die Imperial Continental Gas Association ein, die in Wien die Gasbeleuchtung einführt. Als Bürgermeister Karl Lueger die Gasversorgung kommunalisiert, zieht die englische Firma aus und der Verwaltungsgerichtshof ein.

Von den Fenstern des Palais Epstein beobachten die BewohnerInnen die Ringstraßendemonstrationen für die Wahlrechtsreform, gegen Hunger, gegen Wohnungsnot und Teuerung, gegen die Untätigkeit des Parlaments, das sich in internen Nationalitätenkämpfen selbst lähmt.

Der Stadtschulrat übernimmt das Gebäude, muss allerdings nach dem "Anschluss" 1938 wieder ausziehen. Das Bauamt des "Großdeutschen Reichs" tagt von nun an in den Räumen. An der Decke des Sitzungssaals - dem ehemaligen Tanzsaal der Epsteins - hatte Christian Griepenker historische Gemälde gemalt. Jener Professor, der Adolf Hitler zweimal die Aufnahme in die Akademie der Bildenden Künste verweigerte.

Nach 1945 zieht die Zentralkommentatur der Sowjets ein. Bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955. Danach übernimmt bis 2001 wieder der Stadtschulrat das Gebäude. Jetzt gehört es zum Parlament.

Gedenktafel

Gedenktafel (1993/Ecke Schmerlingplatz/Karl-Renner-Ring) zur Erinnerung an den Sitz der sowjetischen Militärkommandantur für Wien von 1945 bis 1955.

Quelle: Brigitte Hamann, Das Palais Epstein im Laufe der Geschichte, in: Parlament im Wandel - offenes Parlament - Forum Parlament Jg. 3 Nr. 2/2005


mehr Information zum Standort






Zurück Weiter

Palais Epstein

von ÖGB

Palais Epstein - Gedenktafel Militärkommandantur Sowjets 1945-1955

von ÖGB

Gründungsurkunde

von ÖGB